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DRK Ortsverein Sittensen

Was Senioren/-innen wissen sollten

Ein Referat von Dr. Heiko William am 4.2.2014

VON HEIDRUN MEYER

SITTENSEN. Um das Alter in Gesundheit, Zuversicht und Fröhlichkeit genießen zu können, bedarf es der Aufklärung. "Wir sprechen vom informierten Altern", wandte sich der ehemalige Sittenser Hausarzt Dr. Heiko William an die rund 80 aufmerksam lauschenden Gäste, die sich zum gemütlichen Nachmittag des DRK­Ortsvereins im Heimathaus eingefunden hatten.

Nachdem Lieder gesungen, Kaffee, Kuchen und belegte Brote verzehrt waren und die Vorsitzende Helga Gladrow wieder eindringlich um jüngere Mitglieder geworben hatte, ergriff Dr. William das Wort. Zur Frage: "Was 'Senioren wissen sollten" hatte er sich bemüht, die wichtigsten Informationen zum "Gesundheit erhaltenden Altern" zu bündeln und vorzustellen.

Trotz der ernsten Thematik gelang es ihm, seine Ausführungen ein ums andere Mal augenzwinkernd darzulegen und mit humorigen Anekdoten aus seiner Zeit als niedergelassener Arzt zu spicken. "Wann gilt man in Deutschland als alt?", fragte er in die Runde und gab gleich selbst die Antwort: "Laut Statistik mit 76 Jahren." Auf seine Frage, ob sich die Gäste denn alt fühlten, erklang spontan ein vielstimmiges "Nein" .


Improvisierte Straßenlampe


Dr. William ging auf das richtige Verhalten im Krankheits- und Notfall ein, schilderte prägnante und sicher zu deutende Symptome eines Herzinfarktes und Schlaganfalls, wies auf die entsprechenden Notfallnummern ­ ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116117, Notruf: 112 - hin und wusste von einer Begebenheit aus seiner Zeit als Notfallmediziner zu erzählen: Da es wichtig ist, bei Dunkelheit schnell die richtige Adresse zu finden, hatten Angehörige eines Patienten in Steinfeld kurzerhand eine beleuchtete Wohnzimmerlampe auf die Straße gestellt, um dem Notarzt den Weg zu weisen.

Die Zuhörer diskutierten lebhaft mit, wussten Antworten zu geben, erfuhren aber auch viel Neues. Aus den zahlreichen Informationen kristallisierte sich eine Kernaussage heraus: Ein aktiver Lebensstil mit viel Bewegung und eine gesunde Ernährung sind entscheidende Faktoren, um einerseits auf ein langes Leben hoffen zu dürfen und andererseits bösartige Erkrankungen beeinflussen zu können.

Und: Übermäßiger Alkoholgenuss schadet, denn er begünstigt Herzrhythmusstörungen, fördert Demenz und die Entstehung von Krebserkrankungen.

Nicht zu vernachlässigen sind laut Dr.William auch im Alter Früherkennungsmaßahmen und ein Impfschutz, der alle zehn Jahre aufgefrischt werden sollte. "Auch Sie arbeiten im Garten, wo Wundstarrkrampfbazillen lauern oder haben Enkel oder Urenkel, die eine Keuchhustenerkrankung entwickeln", warnte der Mediziner. Darüber hob der Referent die Bedeutung von Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht hervor. "Sie ist wichtig für jeden Erwachsenen ganz gleich welchen Alters."

Broschüren zum Mitnehmen hatte Dr. William genauso mitgebracht wie dessen Ehefrau Maike, die das Gehörte sodann mit den Gästen in die Praxis umsetzte und sie zur "politischen Gymnastik" animierte: zurückrudern, auf der Stelle treten, nach oben wollen oder eine Ehrenrunde drehen. Mit einem Zitat des alten Pfarrers Kneipp schloss Dr. William seinen Vortrag: "Wer nicht jeden Tag etwas Zeit für seine Gesundheit aufbringt, der muss eines Tages sehr viel Zeit für die Krankheit opfern."

Der Vorstand und Herr Eckhoff

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